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GC Fussball Sektion - Frauen | 10.02.2018

NLA: Fehlentscheid verhindert Punktgewinn in Basel

Zum Start der 2. Phase stand für die GC Frauen gleich das Auswärtsspiel in Basel an. Dort spielte man in der Vergangenheit zwar meistens sehr ansprechend, konnte dabei aber nie etwas Zählbares mitnehmen. Nicht zum ersten Mal erschwerten dabei die Unparteiischen diesen Umstand. Dazu später mehr.

Den schlechten Start in die Partie müssen sich die Grasshoppers jedoch selbst ankreiden. Bereits in der 4. Minute spielte Naja Glanzmann den Ball statt zu ihrer Mitspielerin, direkt in die Füsse einer Gegenspielerin. Die Baslerinnen stürmten darauf gleich mit fünf Spielerinnen auf das GC-Gehäuse zu. Doch und das ist noch viel ärgerlicher, verpassten es die Gäste, die Situation wieder zu bereinigen. Denn man war jederzeit personell in Überzahl und es boten sich gleich fünf Gelegenheiten den weiteren Verlauf anders zu gestalten. Zu guter Letzt griff dann Nadja Furrer an der Hereingabe von Rachel Rinast vorbei und Fabienne Bangerter musste nur noch einschieben. 1:0 für den FCB, gespielt keine fünf Minuten! Die Gäste aus Zürich waren weiterhin nicht im Spiel drin und liessen den Gegner schalten und walten. In der 11. Minute köpfte Eunice Beckmann eine Flanke von Rinast ein. Doch die FCB-Topscorerin stand im Abseits. Weitere FCB-Chancen folgten durch Ria Percival (15.) und Beckmann (16.). Konnte man wieder nur eine Minute später die GC-Defensive für das gute Rückzugverhalten beim Solo-Vorstoss von Rinast loben, so musste man sie keine Minute später gleich wieder schelten. Weshalb sich bei einem Corner niemand für Jana Brunner, notabene die grösste FCB-Spielerin, zuständig fühlte, ist unerklärlich. Die Schweizer Nationalverteidigerin hatte soviel Platz und Zeit, dass sie nicht einmal ihre Körpergrösse nutzen musste, sie konnte gar mit dem Fuss abschliessen. Glücklicherweise stand Sarah Steinmann auf der Torlinie und entschärfte die Situation per Kopf (18.). Doch der Dauerdruck hielt an. Nach einem Kontakt zwischen der Ungarin Sára Krisztin und der Neuseeländerin Ria Pervial bekam der FC Basel ein Freistoss zugesprochen, dies wird in einem NLA-Spiel gepfiffen, in einem Länderspiel wohl kaum. Der Freistoss von Rinast führte dann auch gleich zum 2:0. Wieder konnte das Kopfballduell im Strafraum nicht gewonnen werden und da man die Bewachung von Beckmann aufgab, drückte diese den Ball freistehend über die Linie.

Zum Durchatmen blieb keine Zeit. In der 23. Minute schaltete der FCB wieder schnell um. Die Hereingabe von Fabienne Bangerter konnte von Glanzmann abgegrätscht werden, dadurch kam Bangerter nochmals an den Ball. Dann ging die Fahne des Schiedsrichterassistenten hoch. Es kann nicht zweifelsfrei aufgelöst werden ob Beckmann bei der ersten Hereingabe knapp im Offside stand oder nicht. Das Heimteam monierte jedenfalls dass der Ball danach von der GC-Verteidigerin zurück zu Bangerter kam und diese somit gar nicht im Abseits stehen konnte. Jedenfalls klärte Furrer die Situation ohnehin und der Ball war auch nie über der Linie. Diese Szene wird nur deswegen erwähnt, da es später im Spiel zu einem weiteren nicht verständlichen Entscheid kam. Aber noch immer war keine halbe Stunde gespielt. Und noch einmal brachte es der FCB in Person von Beckmann fertig, den Ball aus bester Position nicht im Tor unterzubringen. 2:0 nach dreissig Minuten, es hätte aber auch bereits 6:0 stehen können. Die Hopperinnen kamen erst danach durch Fiona Hubler zu einer ersten Abschlussmöglichkeit (34.). Die zweite Chance verzeichnete Bettina Brülhart mit einem satten Schuss, den Stenia Michel jedoch halten konnte (40.). Eine Minute vor der Pause lancierte Sina Spieser, die nach vorne gebrauste Sarah Steinmann bis auf die Grundlinie. Den Rückpass zur Mitte verwertete Caroline Müller sehenswert zum 1:2. Dadurch war die Partie neu lanciert. Der Pausenpfiff kam da eher ungelegen.

Die Zürcherinnen starteten entschlossener in den zweiten Abschnitt. Dennoch war es wieder der FCB, der zur ersten Chance kam. Furrer wehrte den Schuss von Rinast jedoch ab (57.). Ja und dann kam er, der Fehlentscheid des Jahrhunderts. Stefanie Liebhart, linke Aussenverteidigerin beim FC Basel, spielte den Ball zu Stenia Michel, ihrer eigenen Torhüterin zurück. GC-Stürmerin Caroline Müller reagierte blitzschnell und konnte den Ball, noch bevor er bei der FCB-Schlussfrau ankam, abluchsen. Sie umspielte diese und schob ins leere Tor zum 2:2 ein. Doch in dem Moment als Müller zum Schuss ansetzte kam der Pfiff des Schiedsrichters. Sein Assistent (der gleiche wie oben beschrieben) signalisierte ihm ein Abseitsvergehen. Doch diesmal war der Fall eindeutig. Diese Situation wurde von den Unparteiischen komplett falsch bewertet. Da der Pfiff bereits ertönte, bevor der Ball die Torlinie überquerte, konnte dieses Tor auch nachträglich nicht mehr gegeben werden. Trotzdem hätte der Schiedsrichter nach den Protesten einen Irrtum geltend machen können (jedoch nicht müssen) und die Partie mit einem Schiedsrichterball fortsetzen können. Der Fehler wurde jedoch erst nach dem Spiel eingestanden, die Partie wurde mit Freistoss indirekt für Basel fortgesetzt. Spielstand weiter 2:1.

Mit der Wut im Bauch versuchten es die Gäste erneut. Nach einem langen Ball von Mirjam Betschart, knallte Müller den Ball aus 16 Metern an die Querlatte (59.). In Minute 67 folgte ein weiterer, jedoch nicht spielentscheidender, regeltechnischer Fehler. Der Abstoss der FCB-Torhüterin wurde von einer Mitspielerin im eigenen Strafraum angenommen. Der Abstoss hätte deswegen wiederholt werden müssen. Eigentlich eine Regel die man auf NLA-Niveau kennen sollte. Zurück im Spiel erzielte Kristina Sundov in der 71. Minute das 3:1. Die Flanke kam, man kann es erraten, zum dritten Mal an diesem Samstag von Rinast. Nach zwei weiteren Chancen des Heimteams (81. und 83.) gehörten die letzten beiden Aktionen des Spiels den Gästen. Nach einem langen Ball von Laura Walker traf Müller gleich nochmals die Querlatte, diesmal aus rund 18 Metern. Den Schlusspunkt setzte Michel in der 94. Minute mit einer Parade gegen den Abschluss von Krisztin.

Nachdem die GC Frauen in den ersten 30 Minuten keine gute Leistung zeigten, steigerte man sich im Verlauf der Partie gegen einen sehr starken Gegner. Letztendlich bleibt aber an der 1:3-Niederlage der äusserst schale Nachgeschmack haften. Die erste Hälfte der Saison ist nun abgeschlossen. Während die Grasshoppers mit 17 Punkten auf Rang 6 verbleiben, festigt der FC Basel mit diesen drei Punkten den zweiten Rang.

In der nächsten Runde spielen die GC Frauen gleich nochmals auswärts. Am nächsten Sonntag steht die Partie gegen Lugano Femminile an.

Bilder zum Spiel gibt es in der Galerie.

Presseschau:
Bericht BZ Basel  


Telegramm:
FC Basel Frauen – GC Frauen 3:1 (2:0)
Nachwuchs-Campus, Basel. 50 Zuschauer.
SR: Driussi, Dario. SRA1: Tardent, Nikita. SRA2: Gerbavci, Agim.
Tore: 5. Bangerter 1:0, 19. Beckmann 2:0, 44. Müller 2:1, 71. Sundov 3:1.

FCB Frauen: Michel; Horvat, Brunner, Hirschi, Liebhart (65. Rey); Jaser, Percival; Bangerter (78. Buser), Hoti (61. Sundov), Rinast; Beckmann.
Ersatz: Böni; Marti, Klotz.
Nicht im Aufgebot: Bunter, Huber, Ondrusova (alle rekonvaleszent), Banecki, Peromingo (beide krank).

GC Frauen: Furrer; Klucker (65. Roscic), Glanzmann, Walker, Steinmann; Krisztin; Betschart (78. Karrer), Hubler; Spieser (65. Eymann), Müller, Brülhart.
Ersatz: Killias; Rauber.
Nicht im Aufgebot: Iseli (verletzt), Abbühl, Bruderer, Rüegg, Schärz, Wirthner (alle rekonvaleszent), Andresen, Tenini (beide Privat).

Verwarnungen: 79. Sundov (Unsportliches Verhalten).
Bemerkungen: 11. Tor von Beckmann aberkannt (Offside). 58. Tor von Müller aberkannt (Offside). 59. und 89. Lattenschuss Müller. Spiel auf Kunstrasen.

(rfr)

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