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GC Gesamtclub | 24.09.2021

«SPENDEN SIND WICHTIG, UM UNSERE KINDER ZU FÖRDERN»

Nachwuchsförderung kostet Zeit, aber auch Geld. Spenden und Legate sind wichtige Bestandteile der Finanzierung. Der Grasshopper Club hat dafür einen gemeinnützigen Verein gegründet. Präsident Andres Iten erklärt im Interview, warum Spenderinnen und Spender ihre Zuwendung von den Steuern abziehen können, und warum garantiert jeder Franken in das ausgewählte Projekt eingesetzt wird.

GC INSIDER: Andres Iten, der Grasshopper Club hat 2014 den «Verein zur Nachwuchsförderung Sport» gegründet. Weshalb?

Andres Iten: Die Nachwuchsförderung hat beim GC grosse Tradition und wird immer wichtiger. Unzählige Mitglieder wenden abertausende Stunden auf, um unsere fast 2000 Juniorinnen und Junioren zu fordern und fördern. Dies ermöglicht es den Jugendlichen, sich in einem ambitiösen und gleichzeitig gesunden Umfeld nicht nur sportlich, sondern auch persönlich und menschlich weiterzuentwickeln. Auch wenn der weitaus grösste Teil dieser Arbeit unentgeltlich geleistet wird, ist doch festzustellen, dass die Bereitschaft der Gesellschaft zur Freiwilligenarbeit abnimmt. Als Folge und aufgrund der zunehmenden Professionalisierung steigen die Kosten für Trainer und Ausbildung im Nachwuchssektor laufend.

Mit dem «Verein zur Nachwuchsförderung Sport» haben wir ein Gefäss geschaffen, um den Anreiz für grosszügige finanzielle Zuwendungen zu erhöhen.


Was ist der Vorteil, wenn Spenden an den Verein gehen und nicht direkt an eine Sektion?

Immer wieder werden grössere Spenden oder Legate direkt an eine Sektion überwiesen – wofür wir natürlich sehr dankbar sind. Nur leider bedeutet dies auch, dass die Sektion unter Umständen einen beträchtlichen Teil der Zuwendungen dem Fiskus abliefern muss.

Der «Verein zur Nachwuchsförderung Sport» hingegen ist in der Mittelbeschaffung bevorteilt, weil er gemeinnützig und darum steuerbegünstigt ist. Somit profitiert einerseits der Spender, weil er seine Zuwendungen von den Steuern abziehen kann. Andererseits hat er auch die Garantie, dass jeder einzelne überwiesene Franken auch tatsächlich in der Nachwuchsförderung eingesetzt werden kann.


Welche Projekte werden mit den Zuwendungen unterstützt?

Das entscheidet die Spenderin oder der Spender selbst. Der Verein ist verpflichtet, den einbezahlten Betrag dem ausgewählten Nachwuchs-Projekt beziehungsweise der allgemeinen Nachwuchsarbeit der begünstigten Sektion zukommen zu lassen. Der GC betreibt in allen ausgeübten Sportdisziplinen seit Jahrzehnten erfolgreiche Nachwuchsförderung. Es bieten sich deshalb zahlreiche Möglichkeiten.


Können Sie ein Beispiel nennen?

Da sind «kleine» Projekte zu nennen, wie beispielsweise die einwöchigen Handballcamps für Kinder der Stadt Zürich, die GC Amicitia jeweils in den Frühling-, Sommer- und Herbstferien durchführt. Aber auch grosse Projekte brauchen Unterstützung. So verfolgt die Fussballsektion ein neues Konzept in der Nachwuchsabteilung und baut dafür die Zusammenarbeit mit rund 50 Partnervereinen der Region systematisch auf und aus. Die Idee ist, dass talentierte Kinder möglichst lange in den vertrauten Strukturen ihres Heimatvereins verbleiben, aber trotzdem gezielt gefördert und zu gegebener Zeit in den Nachwuchs des GC aufgenommen werden. Die professionelle Umsetzung eines solchen Projekts benötigt viel Zeit und Geld.

Für Zuwendungen muss aber nicht unbedingt ein konkretes Projekt ausgewählt werden. So hat der Verein in diesem Jahr eine sehr grosszügige, sechsstellige Spende erhalten. Die Bedingung ist, dass der Beitrag Kindern und Jugendlichen zugutekommt, deren Familien finanziell nicht in der Lage sind, die Kosten der Jugend- und Nachwuchsförderung im Sport selbst zu bezahlen.

 
Weshalb liegt Ihnen der Verein am Herzen?

Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft, nicht nur in sportlicher Hinsicht. Als Grasshopper Club, aber auch als Gesellschaft tun wir gut daran, unseren Nachwuchs zu fordern und fördern. Dies braucht nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Spenden ermöglichen es, dass Juniorinnen und Junioren bessere Trainings- und Wettkampfbedingungen erhalten und damit ihre Chancen auf sportliche Erfolge erhöhen. Dabei handelt es sich oftmals auch um Jugendliche, deren Eltern ein solches Training nicht oder nur teilweise finanzieren könnten. Diese sozial-karitative Arbeit, die im GC geleistet wird, verdient die bestmögliche Unterstützung von uns allen. Letztlich geht es ja auch darum, dem Club etwas zurückzugeben: Die meisten von uns haben in jungen Jahren in ähnlicher Weise von Freiwilligenarbeit und grosszügigen Spendern profitiert. Wir sollten versuchen, den heutigen Jugendlichen das zu ermöglichen, was auch wir erleben durften.

 
Wie geht man vor, wenn man spenden will?

Die zentralen Informationen findet man auf der Website www.vz-nachwuchsfoerderung.ch. Dort sind auch einige aktuelle Projekte aufgeschaltet. Für Details und die konkrete Abwicklung wendet man sich am besten per Mail an das Sekretariat des Vereins Nachwuchsförderung, nachwuchsfoerderung[at]grasshopper-club.ch.

Interview/Text: Maurice Desiderato

 

 

 

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